"Fantastische Gewandung schneidern" - Das Buch

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Bilder von selbstgenähten Gewändern der User von www.gewandnaeherin.de Mehr…

 

Ein edles Gewand für den Herren...

Dieses Gewand kann, in verschiedenen Materialien gearbeitet, von diversen Standespersonen getragen werden.
Je nach Ausführung könnte es vom Burgvogt, Ritter, Kaufmann, Bürger oder was weiß ich noch getragen werden.

Bitte lest Euch diese Anleitung bis zum Ende durch, bevor Ihr Euch an Stoffkauf und Verarbeitung macht!
Ein Klick auf die Bilder bringt Euch (in den meisten Fällen) zu einer größeren Version der Zeichnung.

Material: Bei diesem Schnitt ist (fast) Alles möglich! Von Samt und Seide über Leinen und Baumwollstoffe, wie immer von Eurer Darstellung abhängig.
Dieses Gewand ist in zwei Versionen möglich, einmal mit Innenfutter (teilweise) und einmal ohne. Wenn Ihr die Version mit Innenfutter fertigen wollt, haltet Euch an die im Text gesondert angegebenen Anweisungen.
Diejenigen, die kein Innenfutter wollen, ignorieren diese Anweisungen einfach.

Maße laut Skizze: Richtet Euch bei den Maßen für das jeweilige Vorder- und Hinterteil (einziger Unterschied ist der Schlitz am Kragen des Vorderteils) nach dem Wappenrock.

Die Ärmel werden anderthalb mal so lang wie Eure Armlänge (rote Linie) und doppelt so breit wie das Armloch am Vorderteil (blaue Linie, hier sollte am Armloch an der Schnittkante entlang gemessen werden).

Zuschneiden:
Mit den angegebenen Maßen nach der Zeichnung zuschneiden. Hier arbeiten wir beim Gewandteil ohne Stoffbruch. Um das Zuschneiden zu vereinfachen, könnt Ihr entlang einer gedachten, senkrechten Mittellinie den Stoffbruch bilden.
Für den Halsauschnitt einen Beleg anfertigen, den Schlitz am vorderen Halsausschnitt beachten.

Mit Innenfutter:
Gefüttert werden die Ärmel und die unteren Saumteile des Gewandes.
Schneidet das Innenfutter für die Ärmel etwa einen Zentimeter schmaler zu als der Ärmel selbst ist. Das Innenfutter kann etwa ein Drittel der Ärmellänge kürzer sein als der Ärmel selbst, da es nur dort zu sehen sein wird, wo der Ärmel offen steht.
Das Futter für die unteren Säume wird etwa so groß wie der rechteckige, untere Teil des Gewandes. Auch hier kann das Ganze etwas kürzer ausfallen, da das Futter nur dort sichtbar ist, wo später die Schlitze am Gewand sind. Diese Schlitze gehen etwa über die Hälfte des rechteckigen Gewandteils (siehe grüne Linien).

Verarbeitung:
Den Beleg für den Halsausschnitt rechts auf rechts aufnähen und versäubern, dann nach innen umklappen. Die inneren Schnittkanten versäubern und feststeppen.

Mit Innenfutter:
Vor der weiteren Verabeitung sollten die Futterteile angebracht werden. Legt die Futterstücke rechts auf rechts auf den Oberstoff, an der unteren Saumkante vernähen und versäubern. Die seitlichen Nähte ebenfalls vernähen und versäubern, aber hier nur soweit, wie später die Schlitze am Gewand hoch sein sollen. Die restlichen Schnittkanten des Futterstoffs nur versäubern.
Jetzt das Ganze umstülpen, so dass das Futter auf der späteren Innenseite des Gewandes liegt. Die mit dem Futter verstürzten Kanten schmal absteppen.

Nun die Schulternähte schließen. Dabei kann ein eventueller Überstand des Beleges ruhig in die Schulternähte eingearbeitet werden.
Jetzt können die Seitennähte zusammengesteppt und versäubert werden.

Mit Innenfutter:
Die Schnittkanten des Innenfutters beim Schließen des Seitennähte nach Möglichkeit gleich mit einnähen. Sollte das nicht möglich sein, die losen Teile des Futters von Hand an der Innenseite annähen.
Die lose obere Kante des Futters sollte mit ganz kleinen Stichen von Hand angenäht werden (die Handstiche sieht man nicht so schnell von der Außenseite).

Hier sollte für bessere Bewegungsmöglichkeit ein Teil der Seitennähte als Schlitz (siehe grüne Linie) offen gelassen werden. Wie weit der Nähte offen bleiben sollten, könnt Ihr testen, wenn Ihr die Nähte mit einem großen Gradstich (Stichweite höherstellen) nur einmal absteppt und dann anprobiert. Oder aber mit Stecknadeln abstecken.
Die Schnittkanten am Saum und an den seitlichen Schlitzen werden versäubert und einfach oder doppelt nach innen umgeschlagen (fällt weg bei Gewand mit Futter).

Jetzt können die Ärmel genäht und eingesetzt werden.

Mit Innenfutter:
Das Futter rechts auf rechts auf den Oberstoff des Ärmels legen, an der schmaleren Schnittkante vernähen und versäubern. Bei den langen Schnittkanten werden auch hier wieder einige Zentimeter nicht vernäht, sondern später in die normale Naht mit eingearbeitet.
Alle offenen Schnittkanten des Futterstoffs versäubern. Das Futter umstülpen, so dass es auf der Innenseite des Oberstoffs liegt. Die mit dem Futter verstürzten Schnittkanten wieder schmal absteppen.

Bei den Ärmeln nur etwa die Hälfte der langen Seite (rote Linie) zusammennähen und versäubern, das wird der obere Teil des Ärmels. Die offenen Schnittkanten am unteren Teil versäubern und am Besten zweimal nach innen umschlagen und feststeppen (fällt weg bei Gewand mit Futter).

Nun die Ärmel auf rechts drehen und so in das (auf links gedrehte) Gewand einlegen, das die Ärmelnaht ungefähr in der Mitte des vorderen Armauschnitts zu liegen kommt (siehe Skizze 2).
Am Besten steckt Ihr den Ärmel mit ein paar Stecknadeln am Gewand fest, damit er beim Nähen nicht verrutscht.
Jetzt nur noch die Ärmel annähen, die Schnittkanten versäubern und das Gewand komplett auf rechts drehen.

Mit Innenfutter:
Wenn das Innenfutter kürzer ist als der Ärmel, kann es hier nicht mit in die Naht eingearbeitet werden, sondern sollte mit ganz kleinen Stichen von Hand an den Oberstoff angenäht werden.

Variante:Hier kann man ganz hervorragende Verzierungen anbringen, z.B. schöne Borten am Halsausschnitt, den Ärmeln und den Saumkanten. Oder auch Stickereien.

Der Schlitz am vorderen Halsausschnitt ist Geschmackssache, wenn Ihr ihn weglasst, passt auf, ob Euer Kopf auch durch den Ausschnitt passt.

Nähen

Hier lernt Ihr die Grundlagen, die Ihr für die ersten Gewänder braucht.

Anleitungen

Hier findet Ihr die Anleitungen und Schnittmuster.

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