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Stofflexikon

Naturfasern

sind Stoffe, die aus Naturmaterialien hergestellt werden. Diese Naturmaterialien können Pflanzen wie Flachs oder Baumwolle sein, oder aber als tierische Faser die Wolle oder die Seide. Um Naturfasern als solche erkennen zu können wird die Brennprobe vorgenommen: einen Stoffrest entzünden und das Brennverhalten beobachten. Bei der Brennprobe ist darauf zu achten, dass man sowohl Kett- als auch Schußfäden des Gewebes benutzt. Mit der Brennprobe lassen sich einzelne Pflanzenfasern untereinander (z.B. Baumwolle von Leinen) nicht unterscheiden.

Leinen: Leinen hat eine sehr glatte Oberfläche und ist dadurch matt glänzend, wenig schmutzanfällig und fusselt nicht. Leinen ist sehr saugfähig und gibt die Feuchtigkeit schnell wieder ab. Es unterstützt die natürliche Klimaregelung des Körpers und ist für Sommerkleidung bestens geeignet. Leinen ist sehr strapazierfähig und nass noch reißfester als trocken. Allerdings ist Leinen steifer und härter als Baumwolle und knittert. Leinen ist kochfest, allerdings sollten gefärbte oder sonstwie veredelte Leinenstoffe höchstens bei 60 Grad gewaschen werden. Bei zu hoher Waschtemperatur besteht Einlaufgefahr! Unbedingt Pflegehinweise beachten bzw. im Handel nachfragen! Leinen kann bei starker Hitze gebügelt werden, dabei sollte der Stoff jedoch angefeuchtet bzw. mit Dampf gebügelt werden.
Brennprobe: rasches Verbrennen mit großer Flamme, Geruch nach verbranntem Papier, weißgraue Flugasche als Rückstand

Baumwolle: Baumwolle ist sehr strapazierfähig, reißfest und widerstandsfähig gegen Hitze. Ein besonderes Kennzeichen der Baumwolle ist ihre gute Saugfähigkeit. Sie trocknet jedoch langsam. Durch Mercerisieren (Behandlung mit Natronlauge bei gleichzeitigem Spannen) erhält die Baumwolle einen leichten Glanz, die Reißfestigkeit und Saugfähigkeit werden noch erhöht. Baumwolle ist nicht sehr wärmend. Durch Aufrauhen kann das Warmhaltevermögen verbessert werden. Baumwolle knittert stark und kann bei der Wäsche sehr einlaufen. Durch spezielle Behandlung Veredelung kann Baumwolle schrumpffrei und knitterarm (pflegeleicht) werden. Je nach Veredelung. Kochwäsche weiß und farbig kann bis 95 Grad, Buntwäsche bis 60 Grad und feine Buntwäsche bis 40 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Pflegeleicht ausgerüstete Baumwolle möglichst tropfnass aufhängen, trocknen lassen und mit Einstellung Wolle bügeln. Ansonsten kann Baumwolle mit Bügeleiseneinstellung Baumwolle/Leinen gebügelt werden, am besten leicht angefeuchtet oder mit Dampf.
Brennprobe: rasches Verbrennen mit großer Flamme, Geruch nach verbranntem Papier, weißgraue Flugasche als Rückstand

Wolle: gibt es vom Schaf, von der Ziege (Kaschmir und Mohair), vom Angora-Kaninchen und vom Kamel (auch Alpaka und Lama). Die Kennzeichnung "100 % Wolle", "Reine Wolle" oder "Wolle" besagt, daß es sich um minderwertige Wolle, Reißwolle (aus benutzter Wollkleidung gewonnen) handeln kann. "Schurwolle" besagt, daß die Wolle vom gesunden und lebenden Tier gewonnen wurde (max. 7 % Fremdfaseranteil). "Reine Schurwolle" darf nur max. 0,3 % Fremdfasern enthalten. Wolle ist wenig schmutzempfindlich und knittert kaum. Wolle ist gegenüber kleineren Wassertropfen abweisend, kann aber bis zu 33% Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aufnehmen. Leider trocknet Wolle nur sehr langsam und wird dadurch im nassen Zustand sehr schwer. Wolle wärmt sehr gut. Wolle sollte nur von Hand und mit einem für Wolle geeigneten Waschmittel gewaschen werden, wobei die Temperatur von 30 Grad nicht überschritten werden darf. Wolle nicht ziehen, wringen oder rubbeln. Wolle mit dem Vermerk "filzfrei" darf bei 30 Grad mit der Waschmaschine im Wollwaschgang gewaschen, aber nicht geschleudert werden. Ein Trockner ist bei Wolle völlig ungeeignet und würde die Wolle zum Schrumpfen bringen. Wolle sollte mit einem feuchten Tuch oder Dampfbügeleisen, bei Einstellung Wolle, gebügelt werden.
Brennprobe: verbrennt zögernd unter Brodeln, Geruch nach verbranntem Haar, Rückstand ist schwarze, verreibbare Schlacke

Seide: Echte Seide wird aus den Kokons der Seidenraupe hergestellt. Die Seidenraupe (Maulbeerspinner) wird gezüchtet und aus dem Kokonmittelteil die wertvollste, die Haspelseide gewonnen. Aus der äußeren und der inneren Schicht der Kokons wird die Schappe- oder Bourrettenseide gewonnen. Wildseide wird aus den Kokons der wildlebenden Tussahspinner hergestellt. Seide ist sehr angenehm auf der Haut, wärmt bei Kälte und kühlt bei Hitze. Seide kann bis zu 50 % ihres Gewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Seide gibt die Feuchtigkeit sehr schnell wieder ab. Seide ist sehr reißfest, knittert aber sehr leicht. Beim Waschen von Seide ist Vorsicht geboten. Am besten in die Reinigung geben. Chiffon, Georgette, Organza, Satin, Seidenbrokat und Taft sollten grundsätzlich in die Reinigung. Seide möglichst nur von Hand, bei 30 Grad waschen und nicht bürsten , drücken, reiben, wringen oder gar schleudern. Seide gehört auf keinen Fall in den Trockner. Seide mit Einstellung Seide, möglichst leicht feucht, bügeln. Vorsicht, Seide bekommt leicht Wasserflecken
Brennprobe: verbrennt ähnlich wie Wolle, mit zum Erlöschen neigender Flamme, Geruch nach verbrennendem Horn

Nähen

Hier lernt Ihr die Grundlagen, die Ihr für die ersten Gewänder braucht.

Anleitungen

Hier findet Ihr die Anleitungen und Schnittmuster.

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